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02.06.2008, 12:18 Uhr - Alter: 18 Jahre

Jungend- und Kulturhaus „Interwall“ (Kompass 4/2008)

Wir suchen nach dem, was gebraucht wird ...

Montag, 9 Uhr. Als Franziska W. das „InterWall“ betritt und ihre jüngste Tochter aus dem Kinderwagen holt, hört sie, dass sie nicht die erste ist. In der Küche des „Guten Morgen Treffs“ brodelt bereits der Kaffee. Saskia hat schon Tassen und Teller zurecht gestellt. Auf den Matten im Nebenraum toben ihre beiden Kinder Marc (2) und Nicole (3). Innerhalb der nächsten halben Stunde füllt sich der Raum. Vierzehn Mütter und siebzehn Kinder sind gekommen. Manchmal sind es weniger, manchmal mehr. Sie treffen sich montags und donnerstags im Kinder- und Jugendhaus „InterWall“ und nutzen die Gelegenheit zum Plaudern. Spielen mit den Kindern in der Gruppe und das Reden über Erziehungs- und Alltagsprobleme gehören zum Angebot. Annekatrin Häntzschel, Mitarbeiterin des „InterWall“ freut sich, dass der Treff so gut angenommen wird. Was gut ist, spricht sich herum und so laden die Frauen immer wieder andere Mütter zum Mitkommen ein. Männer sind eher Mangelware, sieht man vom Halbjahrespraktikanten ab.

Am Nachmittag kommt Franziskas achtjährige Tochter Lea zu Tanja Kaminski in den Kindertreff. Sie kann hier ihre Hausaufgaben erledigen, mit anderen Kindern spielen (auch schreien), Musik hören und tanzen oder für eine halbe Stunde am PC tippen. Sind genug Kinder da, ziehen schon mal alle vor die Tür und tollen im Außengelände oder auf dem Volleyballplatz herum. Wenn Lea möchte, stehen die Türen des Kindertreffs von Montag und Freitag für sie offen.

Neben den Räumen des Kindertreffs lädt der ein offenes Jugendcafé zum Verweilen ein. Gedacht ist der Raum mit Billard, Tischtennis, Kicker und „tausend Spielen“ für Kids ab 13 und Jugendliche mit und ohne Behinderung. Ein Ort der Begegnung, in dem jeder ausprobieren kann, wozu er Lust hat. Ein Ort, an dem Jugendliche ein offenes Ohr von Sozialarbeiter/innen finden, wenn es Probleme in der Schule, Zuhause, mit der Liebe oder auch mit dem Gericht gibt.

Schon am Dienstagmorgen kommt Franziska W. wieder ins „InterWall“. Der Sportpädagoge Lars Nitzsche lädt dann zum Toben, Bewegen, Tasten und Ausprobieren ein. „Eltern in Bewegung“, ein LOS gefördertes Projekt (lokales Kapital für soziale Zwecke), bietet den Müttern Gelegenheit, Bewegungsübungen und Spiele kennen zu lernen, mit denen sie ihre Jüngsten selbst in Schwung bringen können.

Das Kinder- und Jugendhaus "InterWall" (gefördert vom Freistaat Sachsen und der Landeshauptstadt Dresden) gehört schon seit 1995 zur Gorbitzer Landschaft. Wer sich im Stadt-teil auskennt und weiß, wo es zu finden ist: zwischen dem Altgorbitzer und dem Wilsdruffer Ring. Oberhalb des „InterWall“ schlängeln sich die Wege des 2007 von der EWG neu angelegten Läuferparks.

Für wen ist das „InterWall“ da?

„Ganz wichtig sind uns vor allem Menschen mit sozialen Benachteiligungen“ sagt Uwe Teich, Leiter des Hauses. „Was meint soziale Benachteiligung? Dem Einen fehlt das Geld,

dem Anderen die Eltern, die Zeit haben. Der Dritte hat gerade große Sorgen oder ist in eine Notlage geraten. Immer sind Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene, als auch Eltern gemeint. Unsere Arbeit beginnt natürlich bei den Kindern. Wir suchen nach Möglichkeiten, Kindern, deren Eltern wenig finanziellen Spielraum haben oder die aus schwierigen sozialen Verhältnissen kommen, Räume anzubieten, in denen sie sich angenommen fühlen und wo sie sich frei entfalten können. Eine Vielfalt von Spielen und Anregungen halten wir bereit. Wertschätzung und geduldiges Eingehen auf den Einzelnen sind unsere Stärke. Wir versuchen, die Kinder dort abzuholen, wo sie gerade sind und laden sie zu gemeinsamen Aktionen ein. Das ist nicht immer einfach. Unsere Angebote sind kostenfrei oder so kostengünstig wie nur möglich. Dies setzt sich bei Jugendlichen, Menschen mit Behinderungen und bei den Familien fort. Es gibt ein strukturiertes Wochenangebot. Bei allem bemühen wir uns, immer das ‚Ohr an der Masse’ zu haben, um Entwicklungen aufzunehmen. Nichts bleibt, wie es ist. Damit befindet sich das Konzept unseres Hauses in einer steten Weiterentwicklung. Wir suchen nach dem, was gebraucht wird und gut tut.“

Hier einige Angebote zur Information

  • tägliche Erreichbarkeit von 9 bis 20 Uhr
  • Offener Kindertreff (bis 12 Jahre) - montags bis freitags von 14 bis 19 Uhr
  • für Jugendliche und jungen Menschen mit Behinderung: Offener Jugendtreff - montags bis freitags von 14 bis 20 Uhr

 Für junge Menschen mit Behinderung speziell

  • Kunterbunter Montag: Mo 15 bis 18 Uhr
  • Theaterkurs „Plattensprung & Sprudelrausch“: Mi 16 bis 18:15 Uhr
  • Spieltreff: Do 15 bis 17 Uhr
  • Lecker und gesund kochen: Do 16 bis 18 Uhr

Kontakt und weitere Informationen

Kinder- und Jugendhaus "InterWall", Altgorbitzer Ring 1, 01169 Dresden
Tel.: 0351 / 412 04 68; Fax: 0351 / 417 82 20
Mail: interwall@lebenshilfe-dresden.de

 

Anmerkung der Redaktion: Das "InterWall" ist für Eltern sowie Kinder mit Behinderung barrierefrei zugänglich und verfügt über eine Behindertentoilette.


Gerne beraten wir Sie auch telefonisch.
0351/ 4 72 49 42