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27.07.2020, 19:23 Uhr - Alter: 96 Tage

Dresdner Menschen mit Behinderungen empowern INKLUSIVE Geschichtsbewältigung

Einladung zu Veranstaltungen und Ausflügen 12. und 31.08.2020 und 07.11.2020

Auf dem Weg zu den Tatorten der Planung der „Vernichtung unwerten Lebens“ und des Massenmordes an jüdischen Menschen durch die NS Diktatur. Warum diese Reise in die Vergangenheit? Was habe ich mit dem Geschehen vor mehr als 80 Jahren in meiner Heimat zu tun, wo ich doch noch überhaupt nicht auf der Welt war? Was geht mich das heute an? Ich kann und will mich dafür nicht schuldig fühlen, oder?

Das Geschehene betrifft doch jeden von uns persönlich und gleichzeitig uns alle gemeinsam! Wir müssen uns alle an dieses Kapitel unserer Geschichte erinnern. Auch deshalb, weil manche von uns Menschen mit Behinderung heute bei Fortgelten dieser Gesetze zur "Zwangssterilisationen aus eugenischer Indikation“ wahrscheinlich nicht diese Zeilen lesen könnten…

Deshalb möchte der Initiator der Fahrt zu diesem Teil unserer Geschichte mehr erfahren und das gern mit anderen, heute Lebenden teilen.

So organisierte er diese Gruppenfahrt zu den Gedenkstätten in Pirna und Berlin und verspürt eine Ahnung, dass solches gleichermaßen unmenschlich und ideologisch verblendetes Handeln in unserer „Zivilisation“ immer wieder hoch kommt.

Dieser durchaus berechtigten Angst stellen wir Bildung und unser solidarisches Bearbeiten dieser Gefühle und Ahnungen entgegen. Hier eben kommt das Satzungsziel „Empowerment“ von Sigus e.V. aus dem Jahr 1991 zum Tragen. Alle sind gemeint! Persönlich ist es wichtig, dass sich vor allem Menschen mit Behinderungen, ihre Angehörigen und Helfer dieses Themas annehmen. So werden Partizipation und Inklusion erst erlebar indem wir Geschichte als gemeinsames Kulturgut aller Menschen beachten und kritisch reflexiv annehmen.

Heutzutage auftretende Übergriffe gegen Zuwanderer, Menschen jüdischen, islamischen oder anderen Glaubens, aber auch gegenüber Nachbarn mit Behinderungen erfordern es, Haltung zu zeigen. Das Wissen um Geschichte kann dabei helfen, denn immerhin handelte es sich um bürokratisch fabrikmäßige Vernichtung von Juden und „unwertes Leben“ durch unsere Vorfahren. Deshalb wollen wir versuchen uns dem hinter der Täterperspektive lauernden, scheinbar Unbegreifbaren zu nähern.

Veranstalter:
Sigus e .V. Dresden in Kooperation mit Weiterdenken in der Heinrich Böll Stiftung und gemeinsam mit der Kreisorganisation Dresden im Blinden und Sehbehindertenverband Sachsen & gern auch weiteren Akteuren aus der Behindertenszene.

Veranstalter, Kontakt & Anmeldung über
Sigus e.V., Schrammsteinstraße 8, 01309 Dresden
Tel: 0351 263 21 38 oder E-Mail.
www.sigus dd.de

12.08.2020 Pirna-Sonnenstein:
Vorbereitung Berlinfahrt mit Besuch der Gedenkstätte auf dem Sonnenstein, wo die Opfer- und Schweige-Perspektive in Erinnerung gerufen und die Ausstellung „Wie konnte es so weit kommen“ zu besichtigen sein wird.
16:00 Uhr Führung durch die Gedenkstätte
18:00 Uhr Schwierigkeiten mit dem aufrechten Gang - Schweigen oder Handeln an Bruchstellen moderner Demokratien. Eröffnung von „Wie konnte es so weit kommen?“ mit einer Führung durch die gleichnamige Ausstellung und Berichten von TeilnehmerInnen und ZeitzeugenInnen.
In der Folgezeit ist die Ausstellung in der Gedenkstätte bis zum 06.09.2020 zu besuchen.
Teilnahmekosten: Keine, Anmeldung nicht erforderlich, individuelle An- und Abreise
Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein in der Stiftung Sächsische Gedenkstätten, Schlosspark 11, 01796 Pirna Telefon: 03501 710960, Internet: www.pirna-sonnenstein.de

31.08.2020, 18 Uhr Dresden:
Vorbesprechen und Vorbereitung der Berlinfahrt mit Filmausschnitten, die uns Einblicke in das Denken und Handeln der Täter gewähren
Begegnungs- und Beratungsraum von Blinden- und Sehbehindertenverband und Verband der Körperbehinderten der Stadt Dresden e.V., Strehlener Straße 24 Erdgeschoss
Teilnahmekosten: Keine, individuelle An- und Abreise
Anmeldung erforderlich bis 28.08.2020 2020 an die Veranstalter

07.11.2020: Start 7:00 Uhr in Dresden, Fahrt nach Berlin
Begleitung der Gruppe in Berlin: Prof. em. Wolfgang Kühnel
10:00 Uhr Besuch der Gedenkstätte T4, begleitet durch Christoph Kopke, Professor für Politikwissenschaft. Als Historiker hat er einschlägige Erfahrungen im Bereich Rechtsextremismus und Nationalsozialismus, arbeitete zeitweise an der Charité im Bereich Medizingeschichte.
14:00 Uhr Besuch der Gedenkstätte am Wannsee, mit Begleitung durch die Ausstellung.
Die Gedenk- und Bildungsstätte "Haus der Wannseeu-Konferenz" hat 2020 eine vollständig neu gestaltete, inklusive Dauerausstellung unter dem Titel "Die Besprechung am Wannsee und der Mord an den europäischen Jüdinnen und Juden" eröffnet. www.ghwk.de
Teilnahmekosten: 40 € je Person für Eintritt und Bustransfer Dresden-Berlin/innerhalb Berlins/Rückfahrt
Wir bemühen uns um eine Förderung durch die Behindertenselbsthilfe
Anmeldung: erforderlich bis 30.09.2020.
Die Fahrt wird dokumentiert und eine Nachfolgeveranstaltung angestrebt.


Gerne beraten wir Sie auch telefonisch.
0351/ 4 72 49 42