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16.07.2017, 18:19 Uhr - Alter: 151 Tage

„Get up! Stand up!“ am 28. September im Kleinen Haus

Kulturtipp von Inklusionsbotschafterin Annett Heinich

Ende letzten Jahres hingen Aushänge in der Stadt: „Menschen mit Protesterfahrung gesucht!“.

Protesterfahrung? – Na, die haben wir doch! So dachten wir. Nach über einem halben Jahr Kampf um ein gutes Bundesteilhabegesetz können wir, Sören und ich, das mit Fug und Recht behaupten.

Also folgten wir dem Aufruf der Bürgerbühne des Staatsschauspiels Dresden.

Bei einem Erstgespräch lernten wir zunächst die Regisseurin Uta Plate und den Dramaturg Andreas Langkamp kennen und irgendwie ist der Theaterfunke sofort übergesprungen.

Die wichtigsten Akteure aber haben wir noch nicht erwähnt. Nämlich die Schüler der 9b der 128. Oberschule in Reick. Was mit den Kids bisher in diesem Projekt passierte, ist beeindruckend und berührend zugleich. Und wir durften diesen Prozess beobachten und mit begleiten und wurden so ganz nebenbei ein Teil dieser spannenden, sehens- und hörenswerten Produktion. 

Und so wird das Stück auf der Internetseite des Schauspielhauses angekündigt:

"Wollen wir dafür kämpfen, dass wir mehr Taschengeld bekommen oder lieber doch die Welt retten?“

19 Schüler_innen haben in einem Theaterlabor geforscht. Anhand von Gesprächen mit Zeitzeugen und Recherchen auf Demos haben sie sich dem Thema „Protest“ genähert, um Mittel und Strategien von Widerstand zu erkunden.

Wie viel Mut brauchte es, sein Unbehagen in der DDR öffentlich zu machen? Warum war der Besuch jeder Demonstration gegen Assad für einen jungen Syrer existentiell? Wie sieht der tägliche Kampf in Dresden gegen Barrieren für Rollstuhlfahrer_innen aus? Wofür lohnt es sich wirklich zu kämpfen? Glauben wir an die Kraft unserer Stimme, und wie können wir uns im alltäglichen Chaos aus Information und Standpunkten überhaupt eine eigene Meinung bilden? Wollen wir eine Demo erfinden, auf der nur getanzt werden darf? Und auf einmal zieht Rick einen Rock an, um sich fortan für die Rechte der Männer einzusetzen – bei den Feministinnen.

„Get up! Stand up!“ ist das erste Projekt des Staatsschauspiels Dresden, in dem eine ganze Schulklasse auf der Bühne steht.

Unser persönlicher Lieblingssatz aus dem Stück lautet übrigens: "Wir wünschen uns Dinge, so groß, dass sie nicht zu schaffen sind. Das ist unser Recht!"

Hier noch ein ganz wichtiger Hinweis! Die im Theaterstück ins Leben gerufene Petition gibt es wirklich! Und auch wer sich das Theaterstück nicht anschauen kann, ist herzlich aufgerufen zu unterzeichnen.

"128. Oberschule barrierefrei!"

Hier geht es zur Petition

Herzliche Grüße!

Annett Heinich
Inklusionsbotschafterin

(ein Projekt von ISL e.V.)


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